Landkreisüberschreitende Gemeindefusion: "Ebering"

Wolfring erhört Bitten der Ebermannsdorfer Kameraden um Patenschaftsübernahme

Wolfring/Ebermannsdorf.
In einer großen und bis ins Detail geplanten und vor großem Publikum inszenierten Feier hat die Feuerwehr Wolfring offiziell die Patenschaft für das 125-jährige Gründungsfest der Feuerwehr Ebermannsdorf vom 19. bis 22. Mai 2017 übernommen. Bis zum „Jawort“ mussten sich die Kameraden der Ebermannsdorfer Wehr jedoch mächtig anstrengen und „überzeugende Argumente“ liefern.

Über 200 Teilnehmer, Dutzende Zuschauer
Mit Reisebus und einer großen Autokolonne hatten sich weit über 100 Kameradinnen und Kameraden, Festdamen, Aktive und Vereinsmitglieder sowie die Festmädchen mit Ihren Eltern aus Ebermannsdorf auf den Weg nach Wolfring gemacht. Und so erschienen die Amberg-Sulzbacher bei ihrem landkreisübergreifenden Bittstellen in beachtlicher Anzahl vor nicht minder beeindruckender Kulisse ihrer Freunde aus „dem Schwandorfer Land“, in dem „Gott nicht das Autofahren erfand“, wie die Gäste bei der Ankunft provokativ in Reimform frotzelten. Angeführt von der Jugendblaskapelle Fensterbach zog der Festzug Richtung Feuerwehr Haus, wo bereits die Wolfringer Feuerwehr nebst Festdamen und Dutzenden Zuschauern und Zaungästen Aufstellung bezogen hatten.

Mit Sketch und Bier-Fassln überzeugt
In einer eigens einstudierten Art gereimten Sketch trugen die Ebermannsdorfer um Festleiter Andreas Denk zuerst eine etwas freche Bitte vor. So sei ja bekannt, dass die Wolfringer recht gern essen und trinken und überhaupt solle man sich nicht so haben. Zur Krönung überreichten die beiden Festdamengruppenleiterinnen Kerstin Krybus und Monika Lasser zwei Dosen Bier und eine „Specksemmel“. Letztere verspeiste Wolfrings 1. Vorstand Thomas Wifling zwar genüsslich, lehnte die Bitte zusammen mit seinem Stellvertreter Josef Weigert entschieden ab. Also rief der Festleiter seine Kameraden zur Räson und bat sie auf die Knie. Die „unverschämt spitzigen Scheiteln“ sollten die Ebermannsdorfer nun also für die nächsten Minuten recht „tratzen“. So wiederholten die fünf Bittsteller Ihr Anliegen ausführlich und demütig, lobten die Wolfringer für ihren Fleiß und überzeugten letztendlich mit der Erhöhung auf zwei 30er-Fassln sowie der Übernahme der Zeche.

Perfektes Anzapfen nach dem Saugschlauch-Kuppeln
Die anschließende Besprechung der Feuerwehr Wolfring währte diesmal nicht lange und so übernahmen die „Schwandorfer“, die eingangs noch für die „drei Buschstab´n am Schild“ geärgert worden waren, die Patenschaft sehr gerne. Die Ebermannsdorfer Kommandanten Roland Kolbeck und Martin Irl sowie ihre Wolfringer Kollegen Martin Plank und Alexander Plank kuppelten als Zeichen des Zusammenschlusses eine Saugleitung mit Bravour. Und die beiden Gemeindechefs Bürgermeister Christian Ziegler aus Fensterbach und sowie Bürgermeister Josef Gilch aus Ebermannsdorf zapften im Erstversuch erfolgreich das erste Fass an, womit eine ausgelassene Feier starten konnte. Angeführt von der Jugendblaskapelle Fensterbach zog am späteren Nachmittag dann ein beträchtlich langer Festzug beider Vereine ins Wolfringer Jugendheim, wo der offizielle Teil sowie das Abendessen und die anschließende Party steigen sollten.

Urkunden übergeben
Die Wolfringer hatten den Saal im Jugendheim in einen bis ins „letzte Detail geschmückten“ Festsaal verwandelt, wie Festleiter Andreas Denk später bemerkten sollte. Mit Fahnen beider Wehren, aufwändig selbst gemalten Vereinswappen und vielen Kleinigkeiten wurde allen Gästen die gelebte Gastfreundschaft im Wortsinne schnell augenscheinlich. Wolfrings 1. Vorstand Thomas Wifling betonte in einer mit viel Applaus bedachten und von vielen „Laola“-Wellen, die immer wieder durch Josef Weigert initiiert wurden, unterbrochenen Rede, die Freundschaft beider Vereine. In vielen gemeinsamen Treffen und kleinen Feiern sei da bereits viel entstanden und man habe von Anfang an gemerkt, dass man auf der gleichen Wellenlänge schwimme. Nach dem Grußwort von Ebermannsdorfs Vereinsvorstand Michael Holzschuh, der neben dem „großartigen Engagement der Wolfringer Wehr“ auch seinem Festleiter Andreas Denk für seinen Einsatz dankte, überreichten sich beide Wehren noch die künstlerisch gestalteten Patenschafts-Urkunden.

Bürgermeister stoßen Fusion von „Ebering“ an
Fensterbachs Bürgermeister Christian Ziegler dachte in einer launigen und unterhaltsamen Rede über die neue Ebermannsdorfer „Außenstelle Wolfring“ nach und dankte seinem sein Amtskollegen Josef Gilch aus Ebermannsdorf für die angenehme Partnerschaft über die Gemeindegrenzen hinweg. Gilch, der auch in seiner Funktion als Schirmherr erschienen war, nahm die Gedankenspiele möglicher Gebietsreformen humorvoll auf und ergänzte: „Wenn Ihr bereits beim Patenbitten ein so schönes Fest auf die Beine stellt, bin ich mir sicher, dass auch das Jubiläum ein ganz großes Fest wird". Es sei beeindruckend, welch starke Dynamik sich bezüglich des Fests in beiden Orten in den vergangenen Monaten entwickelt habe, so Festleiter Andreas Denk. In Wolfring sei vieles ähnlich wie in seinem eigenen Verein: Viele fleißige und aktive Frauen und Männer mit viel Herzblut und dem Gespür für Details. Vor allem aber zeigte sich Denk überwältigt davon, dass von den Familien der Festdamen bis hin zu altgedienten Uniformträgern so viele das Angebot angenommen hätten, bei diesem einmaligen Fest dabei zu sein. Nach dem Abendessen heizte die Band "Dingl-Dangl & Friends" beiden Wehren bis in die frühen Morgenstunden ein und konstatierte fast schon kapitulierend von der Bühne: „Ihr seid ja verrückt. Wenn Ihr heut´schon so feiert, wie soll das erst nächstes Jahr im Mai werden!“

 

 

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