Erklärung der Feuerwehr Ebermannsdorf zum HLF

Ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr Ebermannsdorf
Wir, die Feuerwehr Ebermannsdorf, freuen uns, dass der Gemeinderat der Beschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges für die Wehr Ebermannsdorf zugestimmt hat und wir damit bessere und schnellere Hilfe leisten können. Wir wollen Ihnen, liebe Bürgerinnen und Bürger, die Notwendigkeit eines neuen Fahrzeugs und die Vorgeschichte zu seiner Beantragung darstellen.

Geschichte der Antragstellung
Im September 2008 stellte die FW Ebermannsdorf den Antrag an die Gemeinde, ein Hilfeleistungslöschfahrzeug 20/16 anzuschaffen. Fahrzeugtyp und Ausstattung wurden in enger Abspreche mit dem Kreisbrandrat Franz Iberer ausgewählt. In der Gemeinderatssitzung vom 22. Juni 2009 wurde dazu der entsprechende Beschluss gefasst, zwischenzeitlich wurde vom Freistaat Bayern auch ein Zuschuss in Höhe von 95.000,-- Euro zugesagt.

Die Feuerwehren – nicht nur löschen sondern auch retten und bergen
Die Feuerwehren im Gemeindegebiet sind nicht zur zum Brand löschen und Keller auspumpen da, sondern auch für das Bergen und Retten von verunfallten Personen auf unseren Straßen. Dabei reicht das Einsatzgebiet der Feuerwehren Pittersberg und Ebermannsdorf auf der B 85 von der Autobahneinfahrt Schafhof bis zur Landkreisgrenze bei Schwandorf. Zusätzlich ist die Feuerwehr Ebermannsdorf auf der A 6 für die Abschnitt von Theuern bis Schmidgaden und auf der Gegenrichtung von Schafhof bis Ursensollen zuständig. Die B 85 und die A 6 gehören mit zu den wichtigsten Straßen im Bundesgebiet und mehrere 10.000 Fahrzeuge benutzen sie täglich. Leider sind Unfälle hier vorprogrammiert – und dies bei den hohen Geschwindigkeiten leider meist schwere Unfälle. Die meist schwer eingeklemmten Personen müssen aus Pkws, Lkws und Bussen befreit werden. Dabei zählt jede Minute. Hier kommen Spreizer, Schere und Zylinder zum Einsatz.

Zeitgemäße Fahrzeuge erforderlich
Dafür ist beste und zeitgemäße Ausrüstung unbedingt notwendig. Bereits seit dem Jahr 1988 war immer wieder ein größeres Fahrzeug für die FF Ebermannsdorf in der Diskussion und wurde vom Kreisbrandrat gefordert. In den 90er Jahren wurde dies durch die Ausweisung des Industriegebietes Schafhof I noch verschärft. Bereits damals forderte Kreisbrandrat Franz Iberer ein Großfahrzeug mit technischer Hilfeleistung für die FF Ebermannsdorf. Der Gemeinderat entschied sich damals jedoch „nur“ für ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 mit Zusatzbeladung „technische Hilfeleistung“. Leider stellte sich bereits bei der Auslieferung heraus, dass das Fahrzeug für die notwendigen Gerätschaften zu klein war. Denn das Feuerwehrfahrzeug war bereits bei der Abholung im Werk in Gingen am Gewichtslimit angelangt. Diverse Ausrüstungsgegenstände konnten im Fahrzeug nicht mehr mitgenommen werden und mussten mit der Spedition nach Ebermannsdorf angeliefert werden. Deswegen wurde auch der ebenfalls mit beantragte hydraulische Rettungssatz erst nachträglich erworben – obwohl er bei der Beschaffung mit beantragt und vom Gemeinderat genehmigt worden war. Um alle notwendigen Gerätschaften mitführen zu können, musste immer ein zweites Fahrzeug vorhanden sein. Deshalb musste das alte TSF trotz Anschaffung des neuen LF 8/6 1996 noch weiter mit betrieben werden, wurde dann 1998, als Diebis ihr neues Fahrzeug erhielt gegen das alte Diebiser TSF ausgetauscht.

Feuerwehr Pittersberg: neue Anforderungen und neues Fahrzeug
Der Unfallschwerpunkt B 85 am Pittersberg sowie ein Motorschaden des Pittersberger Fahrzeugs TSF machten 2002 / 2003 Überlegungen erforderlich, für die Feuerwehr Pittersberg ebenfalls ein neues Feuerwehrfahrzeug zu erwerben. Kreisbrandrat Franz Iberer hatte zwei Lösungsvorschläge erarbeitet:

Man kauft für Ebermannsdorf nun endlich das bereits seit Jahren geforderte Großfahrzeug mit dem alle Ausrüstung mitgeführt werden kann und setzt das LF 8/6 von Ebermannsdorf nach Pittersberg um. Man beschafft für Pittersberg ebenfalls ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 mit Zusatzbeladung Technische Hilfeleistung und entscheidet zu einem späteren Zeitpunkt über den Erwerb eines Großfahrzeuges für Ebermannsdorf.

Der Gemeinderat entschied sich für den zweiten Vorschlag und lehnte nun zum drittenmal ein Großfahrzeug für Ebermannsdorf ab. Im Jahre 2004 wurde bei der Feuerwehr Pittersberg dann ein Löschgruppenfahrzeug LF 10/6 mit Zusatzbeladung Technische Hilfeleistung erworben und in Dienst gestellt. Das alte, mit Motorschaden behaftete TSF von Pittersberg wurde nun in Ebermannsdorf als zweites Fahrzeug anstelle des noch älteren TSF Diebis eingesetzt.

Damit ergaben sich folgende Mankos:Das alte TSF Pittersberg, jetzt Zweitfahrzeug in Ebermannsdorf, kann nur mehr notdürftig am laufen gehalten werden. Sollte es ausfallen, könnten nicht mehr alle erforderlichen Gerätschaften an den Einsatzort gebracht werden.Das Argument „früher brauchte man das auch nicht“ ist längst überholt. Heutige Autos sind Fahrzeuge mit Hightechelektronik, Airbags und Sicherheitsverstrebungen. Dem muss sich auch die Technik der Feuerwehr anpassen. Die Fahrzeugentwicklung ist in den letzten Jahren so rasch vorangeschritten, dass der derzeit in Ebermannsdorf vorhandene Spreizer (3,6 bis 7,6 Tonnen Spreizkraft) und die vorhandene Schere (26 Tonnen Schneidkraft) an ihre Einsatzgrenzen gelangt sind. Um Fahrzeuge der neuen Generation effektiv öffnen zu können, werden Gerätschaften mit einer Spreizkraft von ca. 30 Tonnen und einer Schneidkraft von ca. 60 Tonnen benötigt. Solche wesentlich leistungsfähigeren Gerätschaften sollen mit dem neuen Hilfeleistungslöschfahrzeug HLF 20/16 angeschafft werden. Dass sie dringend benötigt werden, liegt an der veränderten Verkehrssituation. Diese Erneuerung des Rettungssatzes kann jedoch bei den vorhandenen Feuerwehrfahrzeugen nicht erfolgen, da sie bereits jetzt überladen sind.Für die großen Hallen im Industriebiet wären mehr Atemschutzgeräte erforderlich. Dies scheitert aber wieder an der Überladung der Fahrzeuge.Für die A 6 ist eine Löschwassermenge von 2.500 Litern erforderlich, die alle drei derzeit wasserführenden Feuerwehrzeuge (Ebermannsdorf, Pittersberg und Diebis) zusammen nicht aufbringen.Deswegen stellten wir erneut den Antrag auf ein zeitgemäßes Einsatzfahrzeug.

Wir sind sehr froh, mit diesem neuen Fahrzeug die Lücken schließen zu können, die sich in den letzten Jahren aufgetan haben. Die ist auch aus Sicht der Feuerwehrlandkreisführung zwingend notwendig – für unsere und Ihre Sicherheit.


Ihre Feuerwehr Ebermannsdorf
Roland Kolbeck
Kommandant

Michael Holzschuh
1. Vorstand



Was ist „Technische Hilfeleistung“?
Spreizer, Schere und Zylinder sind die Werkzeuge, mit denen die Feuerwehrleute verunfallte Autos öffnen, um eingeklemmt Personen herausholen zu können. Dazu sind folgenden Schritte nötig:

Sicherung der Unfallstelle, Überblick verschaffen.Erstöffnung am verunfallten Fahrzeug: Das Fahrzeug muss dazu mit Holzkeilen und Stempeln gesichert werden, damit die bei der technischen Rettung auftretenden Kräfte vom Fahrzeug abgeleitet werden. Danach werden mit einem Glashammer oder einer Glassäge die Scheiben geöffnet, um in das Unfallfahrzeug zu gelangen. Dabei dürfen keinerlei Glassplitter auf die eingeklemmten Personen oder offene Wunden fallen. Versorgungsöffnung: Sie ist nötig, um medizinisches Personal in das verunfallte Fahrzeug zu bekommen. Denn die Unfallopfer haben meist mehrfache Verletzungen und müssen für die weitere Rettung stabilisiert werden. Mit Hilfe des Rettungsspreizers wird z. B. versucht, dafür Fahrzeugtüren zu öffnen oder Blechteile wegzudrücken. Befreiungsöffnung: Bei der Befreiungsöffnung kommen meist alle hydraulischen Rettungsgeräte zum Einsatz. Mit dem Spreizer wird weiteres Blech weggedrückt, mit dem Zylinder wird die Befreiungsöffnung vergrößert und mit der Schere wird z. B. das Dach vom Fahrzeug abgetrennt.
Die Gerätschaften werden wechselweise eingesetzt und bedient. Wichtig ist, dass mindestens immer zwei komplette Rettungssätze an der Einsatzstelle vorhanden sind. Dieses zweifach vorhanden sein sichert den Ausfall von Geräten ab und ermöglicht paralleles Arbeiten. Nachdem die Befreiungsöffnung fertiggestellt wurde, kann der Verunfallte aus dem Fahrzeug befreit werden und an das Rettungsdienstpersonal übergeben werden. So verläuft die „technische Hilfeleistung“. Diese Rettungsarbeiten leisten wir als Ebermannsdorfer Feuerwehr – genauso wie auch unsere Kollegen in Diebis und Pittersberg – gerne, ehrenamtlich und engagiert. Wir sind uns dabei unserer Verantwortung immer bewusst. Wir wollen diese Verantwortung auch tragen. Aber wir können ihr nur mit zeitgemäßem Handwerkszeug gerecht werden! Und nur deshalb brauchen wir das zeitgemäße HLF 20/16 zum Retten, Bergen, Löschen, Schützen!

 

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